Was wissen Ärzte besser

  • Ärzte kennen die Grenzen der Medizin. Und sie wissen, dass ihr Einfluss letztlich beim Willen jedes Patienten endet. Ärzte wissen aber auch was sie wissen und was nicht. Ärzte wissen, dass ihr Wissen eingeschränkt und von der Pharmaindustrie gesteuert wird.
  • Sie wissen, dass man kaum je aufgrund eines einzelnen Symptoms auf die Krankheit schliessen kann. Ja, das ist so.
  • Sie kennen die Grenzen der Schmerzkontrolle. Und im Gegensatz zu ihren Patienten wissen sie, dass es hier kaum je damit getan ist, eine Pille zu nehmen. Und trotzdem werden meistens mehrere Pillen auf einma verschrieben, die nichts nützen.
  • Sie wissen, wie man stirbt. Denn sie wissen, ab welchem Punkt es nichts mehr bringt, «alles zu geben».
  • Sie machen oft die Erfahrung, dass es religiösen Menschen schwerer fällt, ihr Leben loszulassen.
  • Sie wissen, dass viele Patienten ihren Gesundheitszustand massiv überschätzen. Das sehen wir auch täglich in unserer Praxis – als Nichtärzte.
  • Sie wissen oft, wann ein Patient ihnen eine Unwahrheit erzählt. Und sie wissen, dass man manche Patienten manchmal wieder auf den Weg zur Wahrheit zurückführen muss. Manchmal zum Beispiel, indem man ankündigt, einen Psychologen zu Rate ziehen zu wollen. Wir merken das auch immer wieder, dass die Wahrheit nicht immer ans Tageslicht kommt. Warum eigentlich? Patienten wollen doch schmerzfrei und gesund werden – oder doch nicht?
  • Sie wissen Dinge, die man auf Google nicht findet.
  • Sie wissen, dass die Patienten fast immer falsch über ihren Alkoholkonsum informieren. Welche Angaben auch immer einer macht – der Arzt wird es innerlich verdoppeln. Das betrift nicht nur der Alkoholkonsum, sondern generell die Ernährung mit Süssigkeiten und zu vielen tierischen Produkten. Uns wird immer erzählt wie gesund sich unsere Klienten ernähren. Das Gegenteil wäre korrekt.
  • Sie wissen, weshalb das Stethoskop erfunden wurde: aus hygienischen Gründen. Nämlich um das Herz abhören zu können, ohne dass man sein Ohr auf die Brust des Kranken legen muss.
  • Sie wissen, dass unfreundlichen Patienten eher schlechtere Behandlungen erfahren. Und dass die schlecht riechenden Patienten in der Regel am allerschlechtesten behandelt werden. Denn in beiden Fällen wird sich das medizinische Personal bemühen, möglichst kurz mit dem Patienten zusammen zu sein. Tja, so ist es halt auch bei uns.
  • Sie wissen, dass Patienten die Qualität eines Arztes oft kaum beurteilen können. Die meisten Patienten sind sehr zufrieden mit ihrem Hausarzt, weil nach der Behandlung die Symptome verschwinden (die sonst ohnehin abgeklungen wären). Die Inkompetenz eines Arztes zeigt sich nur selten – bei schweren Fehlern.
  • Sie wissen oft bei einem Symptom, was als nächstes kommt. Das ist das beängstigende an der Arbeit.

Quelle: medinside.ch

Das Hauptproblem für Patienten ist ganz einfach den guten Arzt zu finden.

Ein Beispiel von mir selber:

Anfangs Dezember bin ich in eine Zaharztpraxis gegangen. Ich litt an Zahnschmerzen. Eine Plombe ist herausgefallen. Die Zahnärztin untersuchte jeden Zahn peinlichst genau und machte von allen Seiten Röntgenbilder. Nach einer Weile meinte sie, der Weisheitszahn müsse raus. So schnell wie möglich. Der Zahnchirurg hätte am Freitag noch einen Termin frei. Er sei ein ganz ein netter Mann – alle Frauen in dieser reinen Frauenpraxis schwärmten von ihm. Was bringt mir ein netter Arzt, er muss Wissen haben und seinen Job gut machen. Ich war übrigens am Montag in der Praxis.

Ihre Chefin kam hinzu und meinte das Selbe. Der muss raus. Sie fragte mich danach sofort nach meinen Budgetmöglichkeiten. Für den Zahn, wo die Plombe rausfiel. Also mit 3000 Franken müsse ich schon rechnen (Krone). Oben sei auch etwas Blombe abgebrochen, das wären nochmals 3000 Franken. Implantat wäre noch teurer.

Am Zahn selber, wo die Blombe fehlte wurde nichts gemacht. So ging ich nach 1 1/2 Stunden aus der Praxis. Beim Verabschieden kam nochmals die Chefin auf mich zu. Ich solle mir das wegen dem Budget überlegen.

Nach 3 Tagen ein neuer Anlauf bei einem neuen Zahnarzt. Er sah sich auch alles an und meinte drei Zähne wären zum flicken. Ob er mir beim Zahn, wo die Plombe fehlt ein Provisorium machen soll. Natürlich habe ich gesagt. Doch der gute Zahnarzt bohrte nicht den Rest der Plombe aus dem Zahn. sondern drückte das Provisorium rein und fertig. Neuer Termin am 8.1.2016.

Das ging zwei Wochen gut und zwischen Weihnachten und Neujahr begann es zu eitern…, geschwollene Backe…

Zahnarzt Nr. 3 hatte nun endlich begriffen, was zu tun ist. Die Wurzelbehandlung klappte jedoch nicht – zu viel Eiter – und so wurder mir heute der Zahn gezogen. Für meine Schmerzen nach dem Zahnziehen bekam ich Ibu. 600 (Zensur!). Die Tablette nützte gar nicht. So viel zur Qualität von Ibu. Das Zeugs taugt nichts. Mit Luft verdient die Herstellerfirma viel Geld und löst damit unter Umständen recht happige Nebenwirkungen aus.

Sie sehen liebe Leserin, lieber Leser, auch wir haben unsere Probleme mit Ärzten. Doch es gibt sie noch, die, die was verstehen und eine saubere Arbeit machen.