Verkürzte Muskeln, verkürzte Sehnen: Stimmt diese Aussage?

Ärzte, Therapeuten, Sportler und der Volksmund spricht schnell mal von verkürzten Muskeln und verkürzten Sehnen und Bändern. Wenn die Beweglichkeit fehlt, auch aus Bequemlichkeit, wenn wir unseren Körper täglich übersäuern und Dinge nicht mehr machen können, die früher problemlos gingen, sprechen wir von Verkürzung der Muskeln und Sehnen. «Es geht halt nicht mehr, wir werden halt nicht jünger..», sind die üblichen Ausreden. Noch toller: «Meine Eltern konnten auch nicht mehr, ist halt Vererbung, sie litten auch an Verkürzung der Muskeln und Sehnen.»

So ein Unfug!

Ein Muskel, der nicht über den ganzen Radius bewegt wird oder allgemein untrainiert ist, oder gar nicht mehr gebraucht wird, ist normalerweise trotzdem nicht zwangsweise zu kurz. Er verkümmert einfach in seinem Umfang, nicht in der Länge. Würde die Muskellänge tatsächlich kürzer, würden Löcher entstehen. Es würde Muskelmasse in der Länge fehlen.

Auch wenn z.B. die Rumpfbeuge nicht mehr klappt, hängt das in erster Linie mit unserer Un-Beweglichkeit ab. Wie haben wir unsere Muskelspindeln antrainiert – oder eben gar nicht. Sind wir die Bewegung nicht gewohnt, setzt einfach der Schutzreflex unserer Muskulatur früher ein, als er sollte. Die Sehnen sind immer da, sie «zupfen» an den Restmuskeln, so entstehen Schmerzen. Das ist jedoch keine Verkürzung der Muskulatur!

Verkürzen sich Sehnen? Sehnen sind immer da. Sie sind am Knochen angewachsen und an den Sehnen die Muskeln. Sind nun die Muskeln verkümmert, leiden die Sehnen mit. Viele sind der Meinung, dass sich die Sehnen zurückziehen. Das wäre gar nicht gut!

Ein Beispiel aus unserer Praxis: Wir hören immer wieder von Klienten, die erzählen, der Arzt meint die Sehnen seien zu lang. Diese müsse man vom Knochen trennen, kürzen und mit einer Schraube wieder am Knochen befestigen. Unsere Meinung ist klar, auch die Sehne wird nicht länger, doch es fehlt einfach der Muskelumfang. Trainieren unseren Klienten die Muskeln wieder auf, passt die Sehne wieder perfekt. Der Schmerz geht weg.

Wird ein Muskel trainiert und stellen sich die ersten Erfolge ein, erhöht sich im Normalfall auch dessen Kraftpotential und Ruhespannung. Ist jetzt ein Agonist ungleich stärker als sein Antagonist, entsteht durch diese Differenz in der Ruhespannung eine Fehlhaltung. Von aussen betrachtet wirkt jetzt der Agonist scheinbar verkürzt. Das Problem lässt sich aber in diesem Fall lösen, indem man den Antagonisten soweit auftrainiert, dass dieser das selbe Potential an Ruhespannung entwickelt.

Dehnen ist in einem solchen Fall nicht immer hilfreich, denn es senkt zwar den momentanen Muskeltonus und erhöht die allgemeine Beweglichkeit, es sorgt aber nicht dafür, dass sich die Ruhespannung eines Muskels dauerhaft verändert.

Übrigens eine Übersäuerung des Körpers kann zu Sehnen- und Bänderrissen führen, Knochenbrüche und Knorpelzerstörung! 94 % der Menschen übersäuern den Körper täglich – massiv. Sie meinen dann Basenpulver sei die Lösung! Nein natürlich nicht, sie zerstören damit sogar noch die Magenschleimhaut. Die Entsäuerung funktioniert auch so nicht gut.

 

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