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Warum stinken ältere Menschen nach Urin?

Immer wieder eine Frage, die in unserer Sprechstunde auftaucht.

Obwohl viele täglich duchen, baden oder sich gut waschen stinken ältere Menschen nach Urin.

Warum?

Weil gerade ältere Menschen sehr stark übersäuert sind.

  1. Durch Ernährung,
  2. Medikamente und
  3. Bewegungsmangel

Aber auch jüngere Menschen sind stark übersäuert. Sie duschen vielleicht noch mehr oder überspritzen Gerüche mit Parfüm. Der säuerliche nach Urin duftende Geschmack dringt durch unsere Haut.

Wir kennen das auch bei Herz- und Hirnschlag gefährdenden Kinder, die vor allem sogenante «Urin-Füsse» haben – also starken Fussschweiss. Andere, meistens Erwachsene, schwitzen stark unter dem Arm oder im Intimbereich.

Gehen Sie zum Arzt, so empfiehlt er Ihnen nicht, dass Sie Ihren Körper nicht mehr übersäuern sollen, sondern das herausoperieren von Schweissdrüsen. Also schlichtweg purer Wahnsinn.

Pestizide auch im Schweizer Urin

Eine neue Untersuchung im Auftrag von Pro Natura und ihrem internationalen Netzwerk Friends of the Earth findet Spuren des Totalherbizids «Glyphosat» im Urin von Testpersonen.

In über 40 Prozent der getesteten Urin-Proben aus 18 europäischen Ländern fand das Labor Rückstände des weltweit am meisten verwendeten Pflanzenvernichtungsmittels. Auch Proben aus der Schweiz sind betroffen. Wie kommt das Pestizid in unsere Körper? Und was bedeutet das für unsere Gesundheit? Auf diese offenen Fragen erwarten Pro Natura und Friends of the Earth Antworten von den Behörden.

Glyphosat ist eines der am weitesten verbreiteten Pestizide weltweit. Als so genanntes Totalherbizid tötet der Wirkstoff alles ausser den glyphosat-resistenten Nutzpflanzen ab. Eingesetzt wird Glyphosat in der Landwirtschaft, entlang des Schienennetzes und in privaten Gärten. Obwohl weltweit in der konventionellen Landwirtschaft und im Anbau von Gentech-Pflanzen in riesigen Mengen eingesetzt, ist über die langfristigen Auswirkungen des Gifts in Lebensmitteln, Boden oder im Wasser wenig bekannt. Noch weniger Gewissheit besteht über den Verbleib im menschlichen Körper. Die Studie im Auftrag von Friends of the Earth mit Pro Natura hat im Frühjahr 2013 weltweit erstmalig in der Breite Rückstände des Pflanzengifts im menschlichen Urin untersucht – und nachgewiesen. Die europaweite Untersuchung zeigt bedenkliche Resultate.

Wie kommt das Pestizid in unsere Körper?

In über 40% aller untersuchten Stichproben aus 18 Ländern wurden signifikante Spuren des Pestizids festgestellt (siehe Kasten). Von den Schweizer Stichproben wiesen 2 von 12 Spuren des Totalherbizids auf. «Wir wollen von den Behörden wissen, über welche Wege das Pestizid in unsere Körper gelangt und was die Folgen für unseren Organismus ist», sagt Marcel Liner, Pro Natura Landwirtschaftsexperte. Obwohl Glyphosat schon 1975 als Totalherbizid zugelassen wurde, gibt es nur wenige unabhängige Studien zu möglichen (Langzeit-)Schädigungen der menschlichen Gesundheit. Aktuellste wissenschaftliche Studien legen den Schluss nahe, dass eine permanente, niedrig dosierte Glyphosat-Aufnahme wie sie durch Friends of the Earth in allen untersuchten Ländern Europas nachgewiesen wurde, das Hormonsystem des Menschen negativ beeinflusst.

Keine unabhängigen Risiko-Abschätzungen

Beim Einsatz des hochpotenten Gifts gibt es grosse Sicherheitslücken sowohl für die menschliche Gesundheit als auch für die Natur: Die Zulassung des Pflanzenvernichtungsmittels wird praktisch ausschliesslich auf Daten der Hersteller selber abgestützt. Es werden also keine unabhängigen Studien beigezogen. Glyphosat-Kontrollen bei Lebensmitteln fehlen gänzlich. Pro Natura fordert Klärung des Glyphosat-Risikos für Mensch und Umwelt: «Brennend interessieren uns die langfristigen Folgen des Gifteinsatzes für den Menschen, die Biodiversität auf dem Ackerland, für die Tiere und Pflanzen in unseren Oberflächengewässern sowie die Qualität des Grundwassers.» In der Schweiz werden jährlich geschätzte 300 Tonnen des Pflanzengifts verkauft. Tendenz steigend.

Die Studie

Insgesamt wurden 182 Urinproben aus 18 europäischen Ländern untersucht. In 80 Proben wurden signifikante Rückstände von Glyphosat gefunden (44%). In allen Ländern wurde Glyphosat im Urin gefunden. Untersucht wurden Proben aus folgenden Ländern: Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Georgien, Grossbritannien, Holland, Kroatien, Litauen, Malta, Mazedonien, Österreich, Polen, Schweiz, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern. Die Proben und deren Analyse stammen aus dem Frühjahr 2013. Die Probanden wohnen allesamt in städtischen Gebieten und hatten selber keinen direkten Kontakt mit Pestiziden als Anwender von Produkten mit Glyphosat. Untersucht wurden sowohl Vegetarierinnen und Vegetarier als auch Fleischkonsumenten. Dies ist die erste europaweite Untersuchung zu Rückständen dieses Pestizids im menschlichen Organismus. Die Studie entstand im Auftrag von Friends of the Earth Europe und wurde ausgeführt vom Medizinischen Labor Bremen in Deutschland. Pro Natura ist das Schweizer Mitglied von Friends of the Earth.

Bund.net:

Glyphosat im Urin von Großstädtern aus 18 europäischen Staaten nachgewiesen. 70 % aller Proben in Deutschland belastet.

Eines der Ergebnisse stichprobenartiger europaweiter Untersuchungen von Glyphosat-Rückständen im Menschen lautet: Sieben von zehn der untersuchten Großstädter in Deutschland hatten das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat im Urin. Von März bis Mai dieses Jahres ließen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und sein europäischer Dachverband Friends of the Earth (FOE) Urin-Proben von insgesamt 182 Stadtbewohnern aus 18 Ländern auf Glyphosat analysieren. Es handelt sich hierbei um die erste Studie dieser Art.

Pro Land hatten der BUND und FOE zwischen acht und zwölf Urin-Proben untersuchen lassen. Die Probanden im Alter von 15 bis 65 Jahren waren entweder Fleischesser oder Vegetarier und ernährten sich nach eigenen Angaben überwiegend von konventionellen Lebensmitteln. 90 Prozent der untersuchten Malteser hatten Glyphosat im Körper; bei Briten, Polen und Deutschen waren es 70 Prozent. 63 Prozent der Niederländer und 60 Prozent der Tschechen waren belastet. Belgier und Letten hatten zu je 55, Zyprioten zu 50 Prozent das Herbizid im Urin; bei Spaniern und Kroaten waren es 40 Prozent. Ungarn und Franzosen waren zu 30 Prozent, Österreicher und Georgier zu 20, Schweizer zu 17 Prozent belastet. 10 Prozent der Bulgaren und Mazedonier hatten das Herbizid im Urin.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Es ist erschreckend, dass fast die Hälfte der Bewohner von Großstädten in Europa Glyphosat im Körper hat. Dabei ist Glyphosat nicht das einzige Pestizid, dem die Menschen ausgesetzt sind. Außer in Malta treten Höchstbelastungen ausgerechnet bei den Bewohnern jener Länder auf, die wie Deutschland, Großbritannien, Polen und die Niederlande intensive Landwirtschaft auf Kosten der Umwelt betreiben. Es wird höchste Zeit, den Pestizideinsatz im Agrarsektor deutlich zu reduzieren.“

Jürgen Stellpflug, Chefredakteur der Zeitschrift „Ökotest“: „Wir von ÖKO-TEST haben Mehl, Haferflocken und Backwaren auf Glyphosat untersuchen lassen und wurden in 14 von 20 Proben fündig. Vor allem waren acht der zehn untersuchten Brötchen belastet, was zeigt, dass Glyphosat die Backtemperaturen übersteht. Unsere Testergebnisse zeigen, dass Glyphosat über Lebensmittel in die Körper der Menschen gelangt. Glyphosat gehört nicht ins Essen, Pestizide gehören nicht in den menschlichen Körper. Erschreckend ist das Versagen der Behörden, die ausgerechnet bei Glyphosat, dem am häufigsten eingesetzten Pestizid der Welt, kaum Untersuchungen auf derartige Belastungen durchgeführt haben.“

Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin: „Was die zuständigen Behörden versäumen, haben wir getan. Unsere Analysen bestätigen den Verdacht, dass die Bevölkerung in Europa zu weiten Teilen mit Glyphosat belastet ist. Woher die Rückstände im Einzelnen kommen, muss endlich genau untersucht werden. Entsprechend seiner Auskunft hatte keiner der von uns untersuchten Stadtbewohner – zum Beispiel in seinem Garten – selbst Glyphosat eingesetzt. Folglich stammen die Belastungen aus Quellen, die der Einzelne nicht zu verantworten hat.“

Der BUND-Vorsitzende Weiger forderte die jetzige und die künftige Bundesregierung auf, langfristig angelegte Monitoring-Programme für Glyphosat in Lebensmitteln und in der Umwelt zu starten. Dabei müssten auch Importfuttermittel und gentechnisch verändertes Soja erfasst werden. Auf EU-Ebene dürften keine Anbauzulassungen für Glyphosat-resistente Gentech-Pflanzen erteilt werden. Inakzeptabel sei auch, dass die zuständige Bundesagrarministerin Ilse Aigner vor der Pestizidbelastung der Bevölkerung die Augen verschließe. Dies rieche förmlich nach Lobbyismus für die Herstellerfirmen.

Glyphosat-haltige Unkrautvernichtungsmittel werden weltweit am häufigsten verkauft. Auch in der EU sind sie die meistgenutzten Herbizide. Verwendet werden sie vor allem in der Landwirtschaft, aber auch in Parks, im Weinbau oder in Hausgärten. Auf mehr als vier Millionen Hektar, das sind rund 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland, werden Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat eingesetzt. In Nord- und Südamerika werden sie in großem Stil beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ausgebracht. Neben Monsanto bieten auch Bayer, Syngenta und BASF Unkrautvernichtungsmittel an, die Glyphosat enthalten.

Quelle: Pronatura

Wie Sie Pestizide aus Ihrem Körper leiten, erfahren Sie in unserer Sprechstunde.