Schlagwort: Studien

 

Schrottstudie: Fette sollen gesund sein, Kohlenhydrate ungesund

Sie müssen sich anmelden, um diesen Inhalt zu sehen. Simple Membership is not configured correctly. The login page or the join us page URL is missing in the settings configuration. Please contact Admin

Schrottstudien: Fleisch senkt Cholesterin? Studien-Tricks entlarvt

Wissenschaftliche Studien können wichtige und seriöse Argumente liefern, um den Schaden oder Nutzen von Produkten zu belegen. Da Studien in den Medien und der Öffentlichkeit ein hohes Ansehen genießen, eignen sie sich auch zur Produktwerbung sowie zur Verharmlosung von Risiken. So nutzen Unternehmen sowie Interessengruppen der Pharma- und der Lebensmittelindustrie wissenschaftlich wirkende Publikationen auch, um ungesunde oder nutzlose Produkte in ein besseres Licht zu rücken. Wir haben die gängigsten Methoden zusammengefasst, die genutzt werden, um Konsumenten und Konsumentinnen zu täuschen.

Gute Verbreitung von schlechten Studien

Manche überholten Empfehlungen bleiben hartnäckig in den Köpfen hängen, auch wenn es längst aktuellere oder bessere Studien mit anderen Ergebnissen gibt. Eine jahrzehntelange Einflussnahme durch zahlreiche gesponserte Studien (etwa zur Wirksamkeit einzelner Präparate) hinterlässt noch Jahre später Spuren mit bisweilen ernsten Folgen. Ein bekanntes Beispiel hierzu ist die seit den 1960er Jahren beliebte und jahrzehntelang propagierte Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden mit Östrogen. Dabei waren schon zu Beginn der 1940er Jahre Hinweise auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bekannt. Erst mithilfe einer großen Studie aus dem Jahr 2002 konnte belegt und breitflächig kommuniziert werden, dass diese Östrogenpräparate das Risiko für Herz- sowie Krebserkrankungen, einschließlich Brustkrebs erhöhten. Die Gesundheitsrisiken der Einnahme von Hormonpräparaten waren höher als ihr Nutzen. Als darauf die Zahl der Verschreibungen zurückging, nahm auch die Zahl der Brustkrebsfälle ab.

Das Problem: Studien, die explizite Nebenwirkungen von Medikamenten und anderen Produkten untersuchen, werden von der Industrie häufig nicht finanziert. WissenschaftlerInnen, die ungewollte Studien durchführen und publizieren, haben zudem das Problem, auch zukünftig kaum an Forschungsgelder aus der Wirtschaft zu kommen.

Ungeeignete Studien als Beweise

Ein Nachweis für die Wirksamkeit einer Behandlung, also z. B. die Einnahme eines Präparats, Lebensmittels oder eine Ernährungsumstellung, sollte mit statistisch geeigneten Methoden erfolgen. Dazu eignen sich unter anderem kontrollierte klinische Studien. Um etwa den Einfluss von gesättigten Fettsäuren auf den Cholesterinspiegel zu untersuchen, müssen bei den untersuchten Personen jeweils zwei Messwerte vorliegen: ein Wert vor einer Ernährungsumstellung und ein Wert danach. Nur so kann man einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme an gesättigten Fettsäuren und einem Anstieg des Cholesterins erkennen.

Bei einer bloß einmaligen Messung des Cholesterins gelingt das nicht. Denn die Cholesterinwerte einzelner Menschen unterscheiden sich erheblich voneinander, allein schon aufgrund genetischer Unterschiede. Diese verschleiern den Einfluss der Ernährung bei einer einzelnen Messung. Trotzdem nutzt die Industrie diese Art von Untersuchung, um beispielsweise ungesunde Eigenschaften von Lebensmitteln zu verbergen. So kann sie etwa behaupten, gesättigte Fettsäuren in Milch führten nicht zu einem Anstieg des Cholesterins und damit auch nicht zu einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen.

Ungenaue Methoden und falsche Schlussfolgerungen

In Studien ist es sehr wichtig, die TeilnehmerInnen korrekt einzuordnen. Will man beispielsweise vegetarisch lebende Menschen untersuchen, schließt aber fischessende und vegane Personen als VegetarierInnen mit ein, erschwert das Vergleiche mit anderen Studien, die diese Gruppen getrennt behandeln. Die untersuchten Gruppen müssen zudem ausreichend groß sein, um Vergleiche untereinander sowie generelle Aussagen zu ermöglichen.

Irreführend sind auch Studien, die mögliche Einflussfaktoren einer Behandlung nicht voneinander trennen. Das passiert etwa, wenn man Personen mit einem ungesunden Essverhalten auf eine deutlich gesündere Diät setzt und ihnen zusätzlich ein Präparat oder bestimmtes Lebensmittel gibt. Diesem darf man dann keine gesundheitliche Verbesserung zuschreiben. Tatsächlich kam eine Studie auf diesem Weg zum Ergebnis, dass Rindfleisch Cholesterin senke. Dabei waren bei der Ernährungsumstellung der untersuchten Personen zusätzlich zum Verzehr von Rindfleisch so viele andere Faktoren günstiger als vorher, dass nicht von einem positiven Einfluss des Rindfleischs auszugehen ist.

Die Auswahl der zu untersuchenden Daten sollte gewissenhaft erfolgen. Beispielsweise sind Werte, die nichts über den Anstieg an Cholesterin aussagen, für diesbezügliche Gesundheitsaussagen ungeeignet. Genau das hat eine Studie des American Egg Board gemacht, das den Konsum von Eiern propagiert. Diese untersuchte den Cholesterinwert »Fastening Cholesterol«, der allerdings erst am nächsten Morgen und damit mehrere Stunden nach dem Essen gemessen wird. Der Spiegel sinkt bis dahin wieder. Dadurch war der sonst übliche Anstieg von Cholesterin im Blut durch den Verzehr von Eiprodukten nicht mehr nachzuweisen und der Wert unbrauchbar, wie andere ForscherInnen daraufhin antworteten. Auch kurze, starke Anstiege von Cholesterin über den Tag verteilt sind außerdem gesundheitsschädlich. Diese Studie wird u. a. von der Eierindustrie genutzt, um die Risiken des Eierkonsums kleinzureden.

Abhängige Forschung

Lobbyverbände oder Firmen sponsern zahlreiche WissenschaftlerInnen, Institute und Forschungsprojekte. Das kann in manchen Fällen deutlich die Forschung beeinflussen. Einige Studien stammen von Instituten, die Ableger oder gar Abteilungen von Herstellern oder Interessenverbänden sind. Ein Beispiel ist das jahrelange Sponsern von Studien durch die Bleiindustrie, um die schädliche Wirkung von Blei in der Umwelt und in Lebensmitteln kleinzureden.

Die Nutzung der Medien

Nicht nur die Studien selbst spielen eine Rolle für die Meinungsbildung, sondern auch die mediale Berichterstattung darüber – etwa in einflussreichen Tageszeitungen. Das gilt ebenfalls für die Wahrnehmung von Studien innerhalb der Wissenschaft. So zitierten WissenschaftlerInnen in ihren eigenen Studien besonders häufig solche Untersuchungen, über die zuvor die New York Times berichtet hatte.

Da Journalistinnen und Journalisten häufig unter Zeitdruck komplexe Zusammenhänge mit wenigen Worten erklären und zudem gern zuspitzen, fallen in der Berichterstattung einschränkende Ergebnisse und Aussagen von Studien oft weg. Eine fachlich fundierte Bewertung der Ergebnisse erfolgt häufig nicht. Dies ist auch zahlreich bei den obigen Ergebnissen zur angeblich nicht vorhandenen Wirkung von Eiern auf den Cholesterinspiegel geschehen. Oftmals nutzen Redaktionen zudem nur Pressemitteilungen zu Studienergebnissen. Das wissen auch die Auftraggeber der Studien, die aus der ungeprüften Berichterstattung einen Nutzen ziehen.

Werbung statt Studien

Wenn Studien nicht zu einem von den Auftraggebern gewünschten Ergebnis kommen, besteht die Möglichkeit, die ganze Studie oder einen Teil der Ergebnisse nicht zu veröffentlichen. Das führt automatisch dazu, dass sich das Verhältnis von kritischen Studien zugunsten der Interessenverbände verschiebt.

Unabhängig davon können Unternehmen ein geschicktes Marketing zur Verbreitung eines womöglich ungesunden Produkts einsetzen. Dazu zählen etwa an Kinder gerichtete Werbemaßnahmen. Hersteller und Verbände reizen dabei häufig den gesetzlich vorgegebenen Rahmen für spezielle Werbeformulierungen aus. Der E-Mail-Verkehr bzgl. mehrerer Werbeversprechen des American Egg Board mit der entsprechenden Kontrollbehörde in den USA zeigt, wie nahe und wenig nachvollziehbar verbotene und erlaubte Behauptungen zur Bewerbung von Eiern in diesem Fall beieinander liegen: Beispielsweise hat die Behörde die Verwendung des Begriffs »nutrient-dense« (in etwa: reich an Nährstoffen) für Eier zugelassen, während sie die Verwendung von »nutritious« (nahrhaft) dafür verboten hat.

Wege zu einem kritischen Urteil

Wer die Aussagekraft von Studienergebnissen selbst beurteilen will, sollte prüfen, inwieweit u. a. die oben genannten Methoden auf die jeweiligen Studien zutreffen: Wer sind die Autorinnen und Autoren der Studien, wer hat sie finanziert? Klingen die verwendeten Methoden und Messwerte sinnvoll? Haben die Autoren zudem wichtige andere Veröffentlichungen zu dem Thema zitiert? Haben sie wichtige oder kontroverse Studien ausgelassen? Passen die Ergebnisse zu bisherigen Studien? Zu einem fundierten Urteil zu gelangen, ist gerade für Laien meist schwierig. Eine erste Einschätzung ist aber nach etwas Training oft möglich. Weitere Hinweise zur Bewertung von Studien und wissenschaftlichen Arbeiten gibt es in diesem kurzen Video, in diesem Übersichtsartikel, in dieser Checkliste und in diesem Video-Kurs zum »Forschen lernen«.

Quelle: www.albert-schweitzer-stiftung.de

Schrottstudie: Sex mit vielen Frauen senkt Prostatakrebs-Risiko

Geschlechtsverkehr mit mehr als 20 Frauen kann die Prostata schützen!

Forscher untersuchen Einfluss soziodemografischer Faktoren auf Krebserkrankung
Wer mit vielen Frauen Geschlechtsverkehr hatte, kann möglicherweise sein Prostata-Krebs im Vergleich zu monogam lebenden Männern erheblich senken. So lautet zumindest das Ergebnis einer aktuellen Studie der Université du Québec und der Universität von Montreal. Wie diese in einer aktuellen Pressemitteilung berichtet, hatten die Forscher um Marie-Elise Parent insgesamt 3’208 Männer untersucht, von denen bei 1’590 Probanden in den Jahren 2005 bis 2009 Prostatakrebs diagnostiziert worden war. Die übrigen 1’618 Männer bildeten die Kontrollgruppe, mithilfe derer herausgefunden werden sollte, durch welche Faktoren die Entstehung des Karzinoms begünstigt wird. Dabei hatten sich die Wissenschaftler vor allem auf soziodemografische Faktoren konzentriert, weswegen die Teilnehmer unter anderem auch zu ihrer sexuellen Orientierung und Gewohnheiten befragt wurden.

Fazit der Studie: Je mehr Frauen, desto niedriger das Risiko für ein Prostatakarzinom. Bei Homosexuellen hingegen umgekehrter Effekt.

Quelle: Diverse Medien haben das Therma gierig aufgesogen und reisserisch darüber berichtet.

Was wollen wir dazu noch schreiben?

Es ist egal, ob wir mit einer, zwanzig oder hundert Frauen geschlafen haben oder immer noch schlafen. Hauptsache wir können noch… Es genügt also, seiner Frau treu zu bleiben. Eine vergrösserte Prostata und Prostatakrebs essen wir uns hautpsächlich an und hat mit einer gewissen Frauenanzahl gar nichts zu tun.

Gefälschte wissenschaftliche Arbeiten

Die US-Website Nature deckt schmutzige Geschäfte zwischen Big Pharma, der US-Arzneimittelzulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) und Medizinjournalisten auf, die seit Jahren gefälschte Studienberichte veröffentlichen.

Das sind Papiere, die von Ghostwritern verfasst und anschliessend von renommierten Ärzten unterzeichnet wurden, die dafür von der Pharmaindustrie bezahlt werden. Es können aber auch Berichte sein, bei denen nur Daten aus Studien mit günstigen Resultaten verwendet werden, während Daten aus Studien mit gegenteiligem Ergebnis nicht berücksichtigt werden.

Wer kann noch irgend einem tatsächlich vertrauen? Eine gute Frage. Auf der Welt geht es nur um eines, um Geld. Nicht die Gesundheit der Menschen steht an oberster Stelle. Nein, nur mit Kranken kann man viel Geld verdienen. Und so mischeln alle mit, alle provitieren, werden auf Kosten von viel (Menschen-)Leid reich.

Quelle: nature.com