Krebs ist die beste Art zu sterben: Aussage eines Mediziners

Mediziner Richard Smith: Wir sollten darüber nachdenken, wie wir sterben wollen, meint ein britischer Mediziner. Er frage seine Zuhörer oft, wie sie sterben wollen, schreibt Richard Smith in einem Blogeintrag für das renommierte British Medical Journal (BMJ). Die meisten Menschen bevorzugten einen plötzlichen Tod. Das sei für einen selbst zwar ganz in Ordnung, doch für die Angehörigen sei ein solcher Tod sehr hart. Insbesondere, wenn man in einer engen Beziehung nicht miteinander im Reinen gewesen sei.

Da denkt der Arzt nicht für die Sterbenden sondern für die Hinterbliebenen. Was ist wichtiger? Ich denke, es geht vor allem um den Sterbenden. Er soll doch ohne viel Angst, ohne mit ansehen zu müssen wie der Körper langsam zerfällt, sterben können. Ohne Chemotherapie, ohne Bestrahlung, ohne Operationen – also ohne Zerstörung des Körpers – sterben können. Ohne noch Ärzte reich zu machen.

Der Arzt denkt nicht nur an die Hinterbliebenen, sondern an die Mediziner, die mit einem plötzlichen Tod kein Geld mehr verdienen können.

Wir unterscheiden vier Todesarten:

Erstens: Der plötzliche Tod, zum Beispiel durch einen Unfall, Herzinfarkt oder Hirnschlag. Die meisten Menschen möchten nicht durch einen Unfall sterben, sondern an einem Herzinfarkt oder Hirnschlag, resp. Einschlafen im Bett.

Zweitens: Der schleichende Tod durch Demenz. An Demenz zu sterben ist möglicherweise am Schrecklichsten, resümiert Smith, weil man durch die Krankheit langsam ausgelöscht werde. Vor allem für die Familie.

Drittens: Der Tod durch Organversagen, verbunden mit vielen Aufs und Abs. Versagen die Atemwege, das Herz oder die Nieren, erfordert das lange Krankenhausaufenthalte, in denen man in den Händen von Ärzten sei.

Krebs, die vierte Art zu sterben, ist nach dieser Abwägung die beste, so Smiths Fazit. Man könne sich verabschieden, Nachrichten hinterlassen, vielleicht besondere Orte zum letzten Mal besuchen, seine Lieblingsmusik hören und sich entsprechend seines Glaubens vorbereiten. Dieser Tod ist nur für starke Persönlichkeiten gut zu bewältigen.

Fazit: Denken wir doch immer für den Sterbenden und nicht an die, die zurück bleiben. Natürlich wäre es schön im Reinen zu sterben. Es zeigt von Intelligenz, wenn man sich gar nicht laufend verkracht, sondern sich zu Lebzeiten etwas mehr bemüht mit seinen Lieben.