Ist Nestlés neuer Zucker gesund oder wenigstens gesünder?

Zucker ist in aller Munde und davon viel zu viel – doch Konsumenten und auch Politik wachen auf. Erst im April hat Grossbritannien eine Zuckersteuer auf zu süsse Softdrinks erhoben, denn gesundheitliche Folgen wie Diabetes Typ 2 oder Übergewicht verursachen hohe Kosten im Gesundheitssystem. Aber auch die Industrie reagiert:

So hat „Nestlé“ einen neuen Zucker erfunden, mit dem man für die gleiche Süsse weniger Zucker braucht. Stehen wir vor einer gesunden Zuckerrevolution?

Der Global Player „Nestlé“ aus dem schweizerischen Vevey tüftelt seit 2015 an seiner neuen Zuckerart. Dabei wird herkömmlicher Kristall-Zucker mit Milchpulver und Wasser gemischt und unter Druck in einen Sprühtrockner gesprüht. So entstehen pulverartige Teilchen, die von innen aussehen wie ein löchriger Schwamm.

Das Endprodukt besteht somit nicht wie der gängige Industriezucker aus festen Kristallen, sondern hat eine unregelmässige und poröse Struktur. Die sorgt dafür, dass sich der Zucker im Mund schneller auflöst und so süsser schmeckt, obwohl in dem Produkt insgesamt weniger Zucker benötigt wird. Sobald die neue Zuckerstruktur patentiert ist, soll sie in der Lebensmittelproduktion grossflächig eingesetzt werden.

Wie genau dieser neue Zucker im Körper wirkt, kann man noch nicht sagen, erklärt Armin Valet von der „Verbraucherzentrale Hamburg“: „Es ist weiterhin Zucker mit den gleichen Risiken wie kristalliner Zucker. Abzuwarten bleibt, ob dann tatsächlich der Zuckerkonsum sinkt. Das wäre die Voraussetzung, um von einem Fortschritt zu sprechen.“

Die Verbraucherorganisation „Foodwatch“ hat nun herausgefunden, dass der Grossteil der Hersteller seit der Ankündigung der Zuckersteuer im März 2016 die Zuckermengen deutlich reduziert hat. So enthalten die vom Coca-Cola-Konzern hergestellten Getränke Fanta und Sprite nun nur noch 4,6 Gramm und 3,3 Gramm Zucker pro 100 Milliliter (in Deutschland enthalten die Getränke etwa 9 Gramm Zucker). Allerdings wird der Zucker wird zum grössten Teil einfach durch Süssstoffe ersetzt.

Reduziert bedeutet also noch lange nicht gesund, kritisiert Armin Valet: „Selbstverständlich ist es besser, wenn weniger Zucker in den Produkten ist, aber es darf auf keinen Fall der falschen Rückschluss gezogen werden. Ein überzuckertes Müsli mit ursprünglich fast 30 Prozent hätte dann immer noch über 20 Prozent und bleibt trotzdem eine Zuckerfalle.“

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Wie gesund ist eigentlich Milchpulver? Milchpulver wird aus Kuhmilch produziert. Wie gesund ist Kuhmilch? Für das Kalb sehr gesund und für uns Menschen? Nachdenken erlaubt.