Die Nahrungsmittelindustrie sagt was gesund für uns ist

Was glauben Sie, wer bestimmt, wie viel Zucker für Sie gesund ist? Oder wie hoch die Rückstände von Pestiziden in den Nahrungsmitteln sein dürfen?

Eine Handvoll grosser Konzerne kontrolliert den weltweiten Markt für Nahrungsmittel und Getränke. Ein riesiges Geschäft, denn der Mensch braucht Essen und Trinken. Die globale Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie ist mehr mehr als 8 Billionen US-Dollar wert. Was nicht passt, wird passend gemacht, notfalls mit gefälschten Studien, wie bei der heissgeliebten Schokolade.

Allein die Folgen durch den Zuckerkonsum kosten mittlerweile Milliarden Euro, aber in Deutschland braucht die Zuckerlobby keine Regulierungen zu befürchten. Demnächst soll sogar Genmanipuliertes als Bio verkauft werden, unglaublich, oder? 

Nestlé, Kraft, Coca-Cola, PepsiCo, Kellogg’s, Mars, Unilever, Procter & Gamble, Johnson & Johnson, General Mills und Danone – diese Mega-Konzerne kontrollieren unser Essen und sind die grossen Gewinner – ob Milch, Fertignahrung, Mineralwasser, Softdrinks, Reinigungsmittel, Joghurt und sogar Katzen- und Hundefutter, einige von Ihnen haben sogar eine eigene Pharmaabteilung, oder arbeiten mit ihnen zusammen.

Die Werbung macht es möglich und auch die grosse Markenvielfalt im Supermarktregal täuscht über die konzentrierte Marktmacht einiger weniger Konzerne hinweg. Welche Macht diese Giganten haben, zeigt sich zum Beispiel beim Zucker. Als Bundesernährungsministerin Julia Klöckner „Werbung“ mit Nestlé machte, hiess es, dass Nestlé die Strategie „weniger Zucker“ unterstütze. Doch dann erfuhren wir die ganze Wahrheit. Zucker ist billiger als Ballaststoffe. Seine erfolgreichsten Produkte rührt Nestlé deshalb kaum an. Lieber verkleinert man die Portionen: „40 Gramm Kitkat statt 48 Gramm bedeuten schliesslich auch weniger Zucker.“

Was sollen wir essen und trinken? Wie viel Chemie soll erlaubt sein, wie viele Vitamine müssen sein? Wer entscheidet über die richtige Ernährung für Kinder? Die Antwort ist einfach: genau diese grossen Giganten und sie sind auch auf EU-Ebene gut vernetzt. Zwar werden neue Siegel geschaffen, die dem Verbraucher das „gute Gewissen“ vorgaukeln, aber hinter den Fassaden sieht es nach wie vor schlimm aus. Gerade die Verbraucher, die sich eh schon wenig leisten können, sind das Opfer dieser Giganten. Rund 170 Milliarden Euro geben die Bundesbürger Jahr für Jahr im Lebensmitteleinzelhandel aus und jeder will etwas davon abhaben.

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Quelle: netzfrauen.org