Die Gentest-Leidenschaft unserer Mediziner und ganz normalen Menschen

Forscher und Ärzte haben ein riesiges Problem. Von kaum einer Krankheit wissen sie von wo sie kommt. Die Ursachen von Krankheiten sind meistens, ja man kann schon von fast 100 % sprechen, unklar. Immer wieder hören Patienten, dass sei halt das Alter oder wir haben die Krankheit geerbt. «Es liege wohl im Erbgut». Oder, wenn der Arzt ehrlich ist, sagt er keine Ahnung.

Die Forscher haben seit Jahrzehnten ein neues Betätigungsfeld: Die Gene, das Erbgut. Doch auch hier kommen sie an ihre Grenzen, denn das was sie bis heute herausgefunden haben ist nichts, höchstriskant und stimmt selten bis nie.

Sogar google (kennen Sie ja sicher) wollte ins Geschäft einsteigen. Sie hat 23andMe finanziert, eine Firma, die für 99 Dollar Gentests im Internet anbietet. Es werden 237 Krankheitsrisiken und genetische Dispositionen untersucht. FDA verbot allderdings Ende 2013 die Tests in den USA. Die Benutzer können die Testresultate nicht richtig interpretieren. Mit Sicherheit ist das Thema jedoch noch nicht vom Tisch.

Wie unsicher Gentests sind zeigt der Fall von Angelina Jolie, die sich beide Brüste amputieren liess (wenn es überhaupt stimmt). Warum? Ihre Mutter starb an Brustkrebs. Sie liess dann einen Gentest machen mit dem Ergebnis: Der BRCA-1-Gen wurde bei ihr festgestellt. Dieses Gen soll ein hohes Krebsrisiko haben.

Das Nationale Krebsinstitut (NCI, National Cancer Institute) veröffentlichte: «Selbst wenn Sie positiv auf die BRCA-1-Genmutation getestet werden, kann das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, noch immer von anderen Faktoren bestimmt werden».

Ausführlicher: Die meisten BRCA-1 und BRCA-2 Untersuchungen wurden an grossen Familien durchgeführt. Viele Familien-Mitglieder waren an Krebs erkrankt. Die Schätzungen und Risiken für Brust- und Eierstockkrebs im Zusammenhang mit BRCA-1 und BRCA-2 sind aufgrund von Studien mit diesen Familien erstellt worden. Da Mitglieder einer Familie einen Teil ihrer Gene teilen (Mutter während ihrer Schwangerschaft) und oft auch in demselben Umfeld – mit den gleichen Lebensgewohnheiten – leben, ist es gut möglich, dass die hohe Zahl der Krebsfälle in diesen Familien zumindest teilweise auf andere genetische Faktoren (wenn überhaupt) oder Umweltfaktoren zurückzuführen sind.

Deshalb sind Risikoeinschätzungen, die auf Familien mit vielen Krebskranken beruhen, unsicher, ja sogar nicht brauchbar. Es liegen ebenfalls keine Zahlen über Langzeitstudien an der Allgemeinbevölkerung vor, bei denen das Krebsrisiko von Frauen mit einer BRCA-1- oder BRCA-2-Mutation mit dem von Frauen ohne solche Mutation verglichen worden sind.

Solche Gentests, solche Schnellschüsse, nur weil man wieder der grosse Verdienst im Kopf hat, müssten verboten werden. Im Klartext: Finger weg von solchen gefährlichen Spielereien. Das sind Spiele von Wahnsinnigen!

Es wird jedoch nicht mehr lange dauern, da werden Versicherungen, vor allem Lebensversicherungen, auf solche Gentests beharren. Oder wenn Sie auf der Suche sind nach einem Job, kommen sicher Firmen auf neue Gedanken und wollen Gentest von ihren Bewerben anfordern. Wahnsinne machen das dann auch noch!

Wichtig zu wissen: Wir alle verändern unsere Gene laufend mit unserer Ernährung. Wenn die ganze Familie gleich isst und ein Elternteil an Krebs erkrankt, kann es gut möglich sein, dass ein Kind später auch an Krebs erkrankt, vor allem wenn es gleich gegessen hat wie die Eltern, oder eben nur ein Elternteil.

Das wollen Forscher und Ärzte nicht akzeptieren. Es wäre zu einfach und das Multi-Milliarden-Geschäft der Gesundheitsindustrie würde zusammenbrechen. Natürlich auch das Nahrungsmittelimperium müsste von ihren Giftküchen wegkommen und wieder LEBENSmittel produzieren und keinen Gen-Schrott.

Sie sind der Meinung Gen sei noch nicht in unseren Lebensmitteln. Da täuschen Sie sich aber. So lesen Sie im Beobachter 12/14, Seite 9: Der Migros-Senf ist verunreinigt durch die gentechnisch veränderten, herbizidresistenten Rapssorten MS8 von Bayer Cropscience und GT3 von Monsanto. Ui, und das beim lieben Migros! Beide Rapssorten sind in der Schweiz laut Bundesamt für Lebensmittelzwecke nicht zugelasssen, auch nicht in diesem Fall. Migros ist das so ziemlich «Wurscht». Wir lassen den Senf vorläufig in den Regalen, heisst es. Aldi Süd zuständig für die Schweiz, der den Senf auch verkauft hat, reagierte schnell. Der Senf flog aus dem Sortiment. Bravo!

Augen auf: Achten Sie immer auf das Kleingeschriebene. Wenn Sie Herkunftsländer wie USA, Kanada oder Brasilien auf der Etikette lesen, können Sie mit grösster Sicherheit annehmen, dass es Gentech-Produkte sind. Das können nur kleinste Zutaten sein.