Dienstag, September 25th, 2018

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Was ist jetzt los mit Kokosöl: gesund oder schädlich?

Zahlreiche Bücher wurden über die Heilkraft mit Kokosöl veröffentlicht. Viele Bücher wurden von US-Autoren geschrieben und in mehreren Sprachen übersetzt.

Für folgendes soll Kokosöl bestens geeignet sein, also vorbeugend und/oder heilend – lassen Sie sich überraschen:

  • Krankheitserreger ausspülen
  • Herzerkrankungen
  • Diabetes
  • Alzheimer
  • Arthritis
  • Viren, Bakterien und Pilze vernichten
  • Energie stärken
  • Immunsystem stärken
  • Verdauung und Darmträgheit fördern
  • Zahnverfall stoppen
  • Zahnfleischerkrankungen
  • Gewicht abnehmen
  • Haut und Haar
  • Krebs
  • Grauer Star, Glaukom, Makuladegeneration, trockene Augen, Sehnerventzündung
  • Sjögren-Sydrom
  • Parkinson
  • Schlaganfall,
  • MS
  • Zellen, für eine perfekte Zellerneuerung
  • usw.

Also Kokosöl soll ein Allerheilmittel sein. Doch die Medien verunglimpfen Kokosöl immer wieder.

Was bekannt ist, dass Kokosöl antibakteriell wirkt. Ideal für den Mundbereich (Ölziehen anstatt medizinische Mundwasser verwenden) und vielleicht noch für den Magen-/Darmtrakt.

Laut einer Studie der Adelaide University of Australia konnte Laurinsäure, ein gesättigtes Fett, das eine der Hauptkomponenten von Kokosnussöl ist, 93% der Darmkrebszellen nach nur zwei Behandlungstagen zerstören!

Kokosöl enthält eine mittelkettige Fettsäure namens MCFAs. Die MCFAs haben eine weniger starke Wirkung auf den LDL (schlechtes Cholesterin).

In den Medien (Sonntagspresse und Internet) wird Kokosöl komplett in den Dreck gezogen. Ärzte müssen auch noch ihren «Senf» dazu geben. Beispiel: Kokosöl tauge nichts bei Neurodermitis, für das gäbe es hervorragende medizinische Salben. Bei Neurodermitis ist die ungesunde Ernährung die Ursache der Hautkrankheit. Medizinische Salben taugen gar nichts und schädigen eher noch die Haut!

Es wird seit Jahren weitergestritten, ob nun Kokosöl gesund sei oder nicht.

Hier die neusten wissenschaftlichen Arbeiten über Kokosöl

J Lipid Res. 2018 Jul 13. Die Neueste, umfassende Metaanalyse, also die Zusammenfassung aller bis dato verfügbaren und nach strengen wissenschaftlichen Kriterien bewertbaren Studien. Ergebnis: Es ergeben sich keinerlei Hinweise für eine schädliche Wirkung von Kokosöl auf die Blutfette von Patienten und Probanden.

•   BMJ Open. 2018 Mar 6;8(3):e020167 Eine randomisierte Interventionsstudie über vier Wochen. Ergebnis: Die Autoren folgern, dass Kokosöl (anders als von ihnen erwartet), „surprisingly“ keine negativen Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem hat.

•  Ghana Med J. 2016 Sep;50(3):189 Übersichtsartikel über die Jahrtausende währende Nutzung von Kokos- und Palmöl in Afrika und den Tropen. Ergebnis: Kokosöl hat keine Herz-Kreislaufschäden gezeigt. Erst nachdem dieses traditionelle Öl vom Markt gedrängt wurde (durch importierte Industrie-Fette) sind die Herzinfarkt-Zahlen in Afrika und auch in Sri Lanka drastisch gestiegen.

•  Indian Heart J. 2016 Jul-Aug; 68(4):49 Randomisierte Interventionsstudie, Vergleich von Kokosöl mit Sonnenblumenöl (welches viele ungesättigte Fettsäuren enthält). Ergebnis: Kokosöl, eingenommen über zwei Jahre veränderte nicht die fett-abhängigen  kardiovaskulären Risikofaktoren oder Anzahl der Infarkte. Kokosöl sei für die Herzgesundheit unbedenklich.

Natürlich, und Sie wissen das, übertreiben Sie es nicht mit dem Kokosölkonsum. Korrekt gesunde Ernährung ist immer noch am besten.